Unaufgeräumte Gedanken zu PEGIDA

Ich habe mir mal das Positionspapier der PEGIDA* angeschaut. Auch, um mir nicht mehr vorwerfen zu lassen, ich würde mich nicht mit diesen besorgten Bürgern auseinander setzen wollen. Hier also meine unaufgeräumten Kommentare dazu.
POSITIONSPAPIER der PEGIDA
Die Punkte sind nicht nach Wichtigkeit sortiert!
1. PEGIDA ist FÜR die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten. Das ist Menschenpflicht!
Ach so. Klingt gut. Kommt aber irgendwie bei Euren Demos nicht so richtig rüber. Ist Euch dann wohl eher unwichtig, was?
2. PEGIDA ist FÜR die Aufnahme des Rechtes auf und die Pflicht zur Integration ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (bis jetzt ist da nur ein Recht auf Asyl verankert)!
Ist Integration laut Grundgesetz verboten? Und wie, bitte, ist der Begriff überhaupt zu verstehen?
Da seid ihr im Positionspapier noch etwas schwammig. Die Teilnehmer der Demos sind da deutlich genauer.
3. PEGIDA ist FÜR dezentrale Unterbringung der Kriegsflüchtlinge und Verfolgten, anstatt in teilweise menschenunwürdigen Heimen!
Dezentral heißt in diesem Fall wohl: möglichst weit weg von dem teilweise menschenunwürdigen Dresden, richtig?
4. 4. PEGIDA ist FÜR einen gesamteuropäischen Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge und eine gerechte Verteilung auf die Schultern aller EU-Mitgliedsstaaten! (Zentrale Erfassungsbehörde für Flüchtlinge, welche dann ähnlich dem innerdeutschen, Königsteiner Schlüssel die Flüchtlinge auf die EU-Mitgliedsstaaten verteilt)
Also eine Art europaweiter Länderasylantenausgleich, ja? Na dann, liebe Dresdener stellt Euch mal auf mehr Asylanten ein als euch jetzt schon Angst machen.
5. PEGIDA ist FÜR eine Senkung des Betreuungsschlüssels für Asylsuchende (Anzahl Flüchtlinge je Sozialarbeiter/Betreuer – derzeit ca.200:1, faktisch keine Betreuung der teils traumatisierten Menschen)
Bitte mal erklären: Mehr oder weniger Betreuer? Und sind jetzt die Asylsuchenden traumatisiert oder die Sozialarbeiter?
6. PEGIDA ist FÜR ein Asylantragsverfahren in Anlehnung an das holländische bzw. Schweizer Modell und bis zur Einführung dessen, FÜR eine Aufstockung der Mittel für das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) um die Verfahrensdauer der Antragstellung und Bearbeitung massiv zu kürzen und eine schnellere Integration zu ermöglichen!
Den letzte Teil unterschreibe ich: ....schnellere Integration ermöglichen! (Sobald wir uns einig sind, dass Integration nicht das Schimpfwort wird, zu dem Ihr es gerade hinpervertiert.)
7. PEGIDA ist FÜR die Aufstockung der Mittel für die Polizei und GEGEN den Stellenabbau bei selbiger!
Mehr Stöcke für Polizisten? Wozu? Hat doch jeder nur zwei Hände... Und die Organisation SELBIGER kenn ich jetzt nicht.
8. PEGIDA ist FÜR die Ausschöpfung und Umsetzung der vorhandenen Gesetze zum Thema Asyl und Abschiebung!
Die werden doch schon so sehr ausgeschöpft und umgesetzt, dass man das kalte Kotzen kriegen kann.
9. PEGIDA ist FÜR eine Null-Toleranz-Politik gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerbern und Migranten!
Heißt übersetzt: mit allen anderen Straftätern – und die sind ja relativ und absolut deutlich in der Überzahl – sollte also etwas lockerer umgegangen werden. Verständlich, vor allem aus Sicht Eurer Organistaoren.
10. PEGIDA ist FÜR den Widerstand gegen eine frauenfeindliche, gewaltbetonte politische Ideologie aber nicht gegen hier lebende, sich integrierende Muslime!
Finde ich, wie folgend verstanden, sehr gut: Gegen männlich dominierte Vorständsetagen bei Unternehmen wie z.B. Krauss-Maffei Wegmann, für friedliche Muslime.
11. PEGIDA ist FÜR eine Zuwanderung nach dem Vorbild der Schweiz, Australiens, Kanadas oder Südafrikas! 
Nordkorea, Lummerland, Mond habt Ihr vergessen.
12. PEGIDA ist FÜR sexuelle Selbstbestimmung!
Näheres regelt wahrscheinlich Punkt 13, nach dem Motto: ich bin am Ort das größte Schwein, ich lass mich mit nem Muslim ein. Mein Vorschlag: fuck yourself.
13. PEGIDA ist FÜR die Erhaltung und den Schutz unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur!
Schwurbel. Ganz schlimmer Schwurbel. Fällt mit sonst nichts zu ein.
14. PEGIDA ist FÜR die Einführung von Bürgerentscheidungen nach dem Vorbild der Schweiz!
Die Schweizer haben ja gerade den Zuzug von Wirtschaftsflüchtlingen (z.B. aus Deutschland) genehmigt. Das habt Ihr schon mitgekriegt, oder?
15. PEGIDA ist GEGEN Waffenlieferungen an verfassungsfeindliche, verbotene Organisationen wie z.B. PKK
NPD ist ja erlaubt, also da ginge das in Ordnung? Oder meint das im Umkehrschluss, dass das Verbot z.B. der PKK endlich aufgehoben werden sollte? Dann bin ich dabei.
16. PEGIDA ist GEGEN das Zulassen von Parallelgesellschaften/Parallelgerichte in unserer Mitte, wie Sharia-Gerichte, Sharia-Polizei, Friedensrichter usw.
Wenn ich Eure Aktivitäten genauer angucke: – sehe ich da etwa eine Parallelgesellschaft? (Übrigens ist Hummus ein leckeres Parallelgericht, das ich mir gern mal schmecken lasse.)

17. PEGIDA ist GEGEN dieses wahnwitzige "Gender Mainstreaming", auch oft "Genderisierung" genannt, die nahezu schon zwanghafte, politisch korrekte Geschlechtsneutralisierung unserer Sprache!
Wo Ihr gerade am Formulieren wahnwitziger, zwanghafter Ideen wart, musste die auch noch mit rein, gell? Da hat's euch wohl endgültig ein bisschen aus der Rechtskurve getragen. 
18. PEGIDA ist GEGEN Radikalismus egal ob religiös oder politisch motiviert!
Und, wo ihr gerade dabei seid, seid Ihr auch gleich noch GEGEN Zeichensetzung egal ob grammatisch oder interpunktuell motiviert. Aber FÜR, und zwar SOWAS VON FÜR, Grossbuchstaben. Und Ausrufungszeichen!
19. PEGIDA ist GEGEN Hassprediger, egal welcher Religion zugehörig!
Sehr gut, dann schickt doch beim nächsten mal den einen oder anderen Teilnehmer Eurer Demonstrationen nach Hause. (Nanu? Wo seid Ihr denn alle?)

Was bleibt: Ich hab mich auseinandergesetzt. Und tu es auch weiterhin. So weit auseinander, wie's nur irgend geht.



*Alle Originalaussagen des Positionspapiers wurde zur besseren Kenntlichmachung braun gefärbt.

Stellenangebot: Kann ich die Mitte noch mal hören?

Ich kann nicht anders. Ich muss mich mal eben ein bisschen échauffieren über eine Stellenanzeige, die das ganze Elend der modernen Arbeitswelt auf einen so unglaublisch unscharf und schmierig verwischten Punkt bringt, wie es keine Parodie je könnte.

Ich bitte Euch also, liebe Leser, sich bei dem folgenden Originaltext eines Stellenangebots zwischendurch zu fragen, worum es wohl gehen könnte.

(Mag sein, dass meine Wahrnehmung ein bisschen verdorben ist: Vor Jahren war ich mal – und nur einmal – in einem Frisiersalon von Vidal Sassoon und wurde gebeten, zu warten, mein Art Director käme gleich. Es war dann doch nur ein Friseur, aber eben einer bei Vidal Sassoon.)

Aber jetzt los: Hier also das Stellenangebot, das ich heute per Mail von Stepstone bekam, formuliert und veröffnetlicht durch eine – Pest und Hölle über auch diesen völlig pervertierten Begriff – Unternehmensberatung:
Unser Klient ist ein erfolgreiches mittelständisches, international agierendes Unternehmen. Wachstum, Top Produkte mit sehr hohem Qualitätsstandard und bestes Image in der Branche zeichnen unseren Klienten aus. Im Rahmen der Expansion unseres Klienten suchen wir nun im exklusiven Alleinauftrag für den Standort München eine/n:

Kreativdirektor · Creative Director m/w

Die Position
Sie tragen die Verantwortung für den technologischen Fortschritt des Unternehmens. Als Kreativdirektor sichern Sie die Marktposition als Innovationsführer in der Branche. Sie verantworten - unter Berücksichtigung der Kosten - den gesamten Innovations- und Produktentwicklungsprozess, führen und motivieren Ihre Mitarbeiter, gewinnen neue, kreative Köpfe für das Unternehmen und binden Ihr gesamtes Team langfristig ans Unternehmen.

Kernaufgaben:
  • Sie liefern in enger Abstimmung und direktem Reporting an die Geschäftsführung die entscheidenden Impulse für die zukünftige Entwicklungsstrategie und Produktpolitik
  • Sie befüllen die Produktpipeline, leiten die strategischen Entwicklungsprojekte, entwickeln Zeit- und Budgetvorgaben und garantieren ein wirtschaftliches Arbeiten Ihres Bereichs
  • Sie arbeiten eng mit Kunden zusammen, um Konzepte und Produktideen zu generieren, zu validieren und Praxistests durchzuführen
  • Sie führen einen stringenten Innovations- und Produktentwicklungsprozess ein, von der Ideenfindung über die technische Umsetzung bis hin zur Integration in die Produktion
  • Sie beobachten Markt und Wettbewerb
  • Sie vertreten das Unternehmen in Gremien und Branchenverbänden
  • Sie führen Trendscoutings durch
  • Sie führen ein Team von derzeit ca. 15 Mitarbeitern
  • Bereichs-Prokura sowie Budgetverantwortung für F & E
  • Enge Zusammenarbeit mit den internen Abteilungen, wie Produktion, Einkauf, Marketing und Vertrieb
Zitat Ende.

Und nun die Quizfrage: Geht es um IT? Maschinenbau? Elektrische Kartoffelschäler? Eine Schnellschusterei? Oder ist das irgendein Friseurbedarfshersteller? Oder doch nur der Filiallleiter von Vidal Sassoon?

Steinberg als Steinbruch

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung vom 7. November 2014 veröffentlichte eine große, als Bildstrecke getarnte Reklame für Badezimmereinrichtungen, illustriert von Serge Bloch.

Badewanne von Bloch nach Steinberg.

Das waren mal wirklich originelle Bemalungen von Wannen, Kachelwänden und Badelaken, über die ich mich möglicherweise wirklich neu gefreut hätte, wäre die Grundidee nicht schlichtweg geklaut gewesen.
Und zwar bei einem meiner Lieblingszeichner, dem 1999 verstorbenen Saul Steinberg, der in den Fünfziger und Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts so beliebt war, dass der Rowohlt-Verlag gleich mehrere Bücher von ihm veröffentlichte.


Badewanne von Steinberg
Viele Zeichner der folgenden Jahre kopierten seinen kargen Strich gewissenhaft, manche gleich gewissenlos: Ich denke dabei vor allem an den berühmten Titel des Magazin "The New Yorker".

New York von Steinberg
Den kenne ich in werweißwievielen Varianten schwächerer Zeichner kenne, mal als "The Hamburger" (ca. 1989 gab's den beim Hamburger Abendblatt, 2012 dann bei der Morgenpost) mal auch als Amsterdamer Weltsicht... – wahrscheinlich gibt es sogar ein Motiv "The Bielefelder."

Amsterdam nach Steinberg
Und jetzt hat's eben die Süddeutsche Zeitung getan. Ich mag das nicht. Ich mag vor allem nicht, dass der Name Saul Steinberg dabei nicht genannt wird. Ein schlichtes "Inspiriert durch" hätte es doch getan. Aber nein. Nichts.

Karton von Steinberg

Deshalb hier gleich zwei Appelle:
  • Ich wünsche mir, dass Saul Steinberg im Original wiederveröffentlicht wird. In Ausstellungen, Büchern und überhaupt. Und zwar alles von ihm.
  • Ich wünsche mir, dass die Plagiatoren in einen eigenen Karton gehen, den hinter sich zumachen und ihn sorgfältig mit Packband von innen abdichten. Ich kann diesen Me-Too-Müll nicht mehr sehen. Bzw. ich kann schon, aber ich will nicht.

Danke. Das war's auch schon.

*Monsieur Bloch ist offenbar ein guter und erfolgreicher Illustrator, aber egal.

Narrenhände an Blondinenbrüsten

Ja, ich gebe es zu, ich habe mir an den Möpsen von Daniela Katzenberger zu schaffen gemacht. Nicht, dass ich sie so überaus attraktiv fände, also die Frau Katzenberger, und ich mag ihr auch nicht allzu lange zuschauen oder -hören, wenn ihr denn plauderlings Wörter aus dem Mündchen fallen.
Andererseits hat sie mich inspiriert.
Aber Ihr seht es ja selbst, in der Presse, in der MoPo vom 22.10. 2014.



Neue Wörter, Folge 65: Gagaganz im Gegenteil!

Ich habe eben das Bad geputzt. (Um ehrlich zu sein, ich bin noch nicht fertig.) Und bei der Gelegenheit habe ich die leeren Shampoo- und Duschbad und sonstigen -Flaschen, Fläschchen und Tiegelchen weggeschmissen. (Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.) Dabei geriet mir auch so eine Dose in die Finger:

Zu den 48 Stunden Stinkeschutz hab ich mich ja schon mal an anderer Stelle in diesem Blog geäußert, dergstalt, dass ich nicht verstünde, ob man sich nicht  hin und wieder waschen und auch frische Sachen anziehen sollte. Ich geb zu, ich bin da etwas spießig.

An dieser Packung hat mich etwas ganz anderes irritiert. So sehr, dass ich auch noch mal im Netz, auf der Nivea-Website, nachgeschaut habe. Und da stand es auch:


Und, ist es wem aufgefallen? In der Aufzählung der Produktvorteile heißt es nämlich:
Anti-gelbe Fleckenbildung.
Anti-gelb wäre, nach meinem Verständnis der Farblehre eine Farbe, die Gelb neutralisiert.
Oder gar damit in Konflikt gerät, so wie bei Anti-Materie und Materie in Science-Fiction-Filmen. Also guck ich doch mal den Newtonschen Farbkreis an. Dem Gelb gegenüber liegt dort ein sattes Violett.

Würde also heißen:
Violette Fleckenbildung.

Naa, das kann's nicht sein. Falls es das wirklich bedeutet, muss die Firma Beiersdorf nämlich selbst mit Prügel rechnen und demzufolge mit violetter Fleckenbildung in den Gesichtren der zuständigen Marketingmitarbeiter...

...


Ich werde immer unsicherer. Was überhaupt ist Fleckenbildung?
"Allgemeinbildung", davon hab ich schon gehört. Aber schlaue Flecken?

Ich glaub, ich gehe weiter putzen. Und die pfiffigen Dreckbatzen wisch ich alle, alle schnell weg, ehe sie anfangen, mit mir diskutieren zu wollen...



Siehmaleineran, Hörzu!

Mein Köterplakat (1984),  Remake 2014

Schon vor eineinhalb Jahre  habe ich mich hier über eine Plakatkampagne der Fernsehzeitschrift Hörzu ausgelassen, die irgendwelche Prominenten zeigt, und sie kennzeichnet mit "Eine/r, der/die Hörzu zuhause hat."
Die Kampgne ist topaktuell. Die Originalkampagne allerdings ist 30 Jahre alt: sie warb auch damals mit nahezu identischem Layout und gleicher Zeile für jenes Blatt, das damals sogar noch Deutschlauflagenstärkstes Programmheft war. (Heute nur noch erstes, nach dem Jahr der Gründung.)

Auch vor 30 Jahren war ich Grafik-Assistent in der damals zuständigen Agentur. Und einer meiner erste Jobs war das Scribbeln von Motiven für die errwähnte Reklame. Ein Motiv wurde realisiert:
Ein großer Hund hält das zusammengerollte Magazin in der Schnauze.
Drunter steht "Einer, der Hörzu nach Hause tragt." Das Bild fand sich auf Tragetaschen und Plakaten.

30 Jahre später:
Die Hörzu ist inzwischen von Springer an die Funke-Gruppe vertickt.
Der damals fotografierte Hund ist lange tot.
Die damals zuständige Agentur ist verkauft, umbenannt, weg.

Aber die Idee ist gut.
Also hat die heute zuständige Agentur einen neuen geknipst...

Wow bzw. Wau. 
Irgendwie blöd, dass nur der Hund bereits verstorben ist.
Ich lebe noch. Ich bin immer noch eitel.
Und mein Gedächtnis ist auch noch ganz gut beieinander.

Neue Wörter, Folge 64: Ein bisschen missverständlich.

Gestern kam ich an einem offenbar gewerblich genutzten Fahrzeug vorbei, auf dem unter dem Firmennamen, wie gewohnt, auch gleich in einem knackig werbenden Satz beschrieben wurde, was dieses Unternehmen so treibt. Und so las ich also:


Ich guckte ein zweites Mal hin, dort stand wirklich:
 Mieterausbau

Ich war, zugegeben, etwas verwundert. Gleich erstand eine Geschichte vor meinem geistigen Auge, in der der Eigentümer einer vermieteten Wohnimmobilie bestrebt ist, die Mieter irgendwie aus der Wohnung zu kriegen, sei es aus Gründen der Gewinnoptimierung oder wegen des gern strapazierten Eigenbedarfs oder sonstweswegen.
Die Mieter aber stellen sich in dieser Geschichte hartleibig. Nicht mit Geld noch guten Worten sind sie herauszulocken und da beauftragt der genervte Wohnungseigentümer gleich eine Firma. Und dann kommt ein Vertreter dieser Firma und guckt durchs Panoramafenster der Wohnung hinein, schüttelt den Kopf und sagt zum Vermieter: Bei den Mietern ist nix mehr zu machen, die müssen wir ausbauen... (– aber billich wird das nich...)

Ich bin dann heute auf die Website des Dienstleisters gegangen. Und deren Tätigkeit ist dann wohl doch ganz was anderes. Das hat mir die schöne Geschichte ein bisschen verdorben.


Immerhin hab ich wieder was gelernt.


(Und immerhin hatte die Firma auch noch einen passend irreführenden Namen:
Apo-Projekt. Früher gab's mal eine Apo. Heut ist sie gleich ein Projekt.
Aber den Witz versteh'n eh nur die älteren und alten meiner Leser.)


McDonald's Shnitzl-Event: Große Show um kleine Fleischlappen


Der Chefcook empfiehlt heute...

(Oakbrook, Illinois, 9.9.2014) Also doch, die Gerüchte haben sich bestätigt: MacDonald’s steigt ins Geschäft mit Wiener Schnitzel ein. Konzernchef Ronald McDonald präsentierte am Dienstag auf der mit Spannung erwarteten Speisekarten-Konferenz die neuen ShnitzlMcNuggets. Sie sollen einige Snack-Funktionen übernehmen. Es ist der erste Vorstoß des Konzerns in eine neue Produktkategorie seit dem MacRib vor über zehn Jahren.

Außerdem stellte McDonald’s zwei BigMacModelle mit deutlich größeren Hackbatzen und ein mobiles Kalter-Kaffee-System vor, das dem herkömmlichen Muckefuck Konkurrenz machen soll.
Die Shnitzl waren die wichtigste Neuheit des Abends. Sie sollen lecker aussehen, als Zwischenmahlzeit dienen und Gesundheitsrisiken sammeln. Man kann sie schlucken und wieder hochwürgen, dabei gleichzeitig Kurznachrichten diktieren oder auch Musik hören. Die Shnitzl sollen auch direkt nebeneinander liegen. Man kann sie nach McDonald's-Angaben in einigen Hotels als Minibar-Ergänzung benutzen und sich Nährwertinformationen auf dem Karton anzeigen lassen.


Die Sechs und eine Cola Zero
  
Die ShnitzlMcNuggets soll es in zwei Portionsgrößen geben, sie sind quadratisch mit abgerundeten Ecken. In der hochwertigsten Version sind sie goldgelb paniert. Mit Rücksicht auf den schnellen Hunger sei eine komplett neue optionale Essweise entwickelt worden. Man können sie wahlweise kauen, vorher in der Hand zerdrücken oder gleich ganz herunterschlucken.
 
Das Shnitzl erinnert an Modelle der Konkurrenz

Die Schnitzl brauchen den Angaben zufolge für den Verkauf die Verbindung zu einem gut wärmeisolierten Karton. Sie funktioniert demnach mit Chicken McNuggets-Kartons ab dem vier Jahre alten Modell „12er Portion“. Die einzelnen Shnitzl sollen Anfang kommenden Jahres ab 3,49 Dollar verfügbar sein.
Der Geschmack der Shnitzl erinnert an bisherige Modelle unter anderem von Burger King  und KFC. Bei den fritierten Happen kritisierten Branchenbeobachter oft die Fetttrieferei und die Warmhalteproblematik. Es wird sich zeigen, ob es McDonald’s gelingt, die Kunden von seiner Idee zu überzeugten.
Mc Donald’s präsentierte zudem wie erwartet auch zwei größere BigMac-Modelle mit Hackbatzen-Diagonalen  von 4,7 und 5,5 Zoll (knapp 12 und knapp 14 cm). Sie heißen Bigger Mac  und Bigger Mac Plus und sollen am 19. September auf den Markt kommen. Konkurrierende Fast-Foods mit der alternativ verwendeten „Fritation Technique“ haben schon länger größere und fettere Batzen. McDonald’s sperrte sich bisher gegen diesen Trend.
Der BigMac ist das mittlerweile wichtigste Produkt des Konzerns. Er macht rund die Hälfte des Geschäfts aus. McDonald’s Anteil am weltweiten Rindfleischhack-Markt war zuletzt ein Stück weit abgerutscht. Burger King ist mit seinem gegrillten „Big King“ weltweit Nummer zwei, holt aber auf. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Ausgerechnet an dem wichtigen Abend leistete sich McDonald’s eine Panne: Die Stromversorgung der Warmhalteplatten brach immer wieder zusammen. Das Servieren der Probeportionen lief erst zum Schluss wieder stabil.

(Variiert nach der exklusiven Berichterstattung in SpiegelOnline vom 9. und 10. 9. 2014)

Gebet.

Liebe Götter,
ob Ihr jetzt Shiva, Allah, Buddha, Jehova oder sonstwie heißt,
ich hab da mal ne Frage:
habt Ihr bei dem, was gerade so in der Welt abgeht,
nicht das Bedürfnis, aus allen Kirchen auszutreten?

...

Ach, seid Ihr schon?
Na, dann Amen. 
Und nichts für ungut.