TomTom klopft das Herz!

Vor etwa einer Woche habe ich mir mein erstes Navigationssystem gekauft, und zwar das "Tomtom Start 20 Central Europe". Anlass war ein Besuch am Bodensee, wo ich einen Mietwagen gebucht hatte, mit dem ich dann durch Österreich und die Schweiz nach Liechtenstein und wieder zurück nach Friedrichshafen brummte. Da dachte ich mir, das wäre doch die Gelgenheit, sich mal kein Navi zu mieten sondern, gleich zu kaufen.
So weit, so gut – will sagen, weit genug weg von zuhause in Hamburg funktionierte das prima. Eine sonore Männerstimme führte mich sicher auf Autobahnen, über Serpentinchen und durch Tunnel bis ins Land der Steuersparer und der kleine Monitor wies mich zuverlässig auf Maut und Tempobegrenzungen hin.
Gestern fanden dann meine Familie und ich, wir sollten uns testweise und spaßeshalber auch mal durch Hamburg leiten lassen. Also gab ich als Zieladrese den Johannes-Brahms-Platz ein und schon ging's ab Poppenbüttel Richtung Neustadt. Meine Frau am Steuer, ich auf dem Beifehrersitz, unser Sohn hinten. Und alle drei wunderten wir uns ein wenig über die etwas kurvenreiche Streckenführung, dachten uns aber "Na ja, Tom Tom kennt die Strecke, was soll da schiefgehen?"
Interessantt und aufregend wurde die Fahrt, als meine Frau sagte, hier käme jetzt gleich doch die Sierichstraße und ob wir denn da wirklich...
(Für Nichthamburger kurz zur Erklärung: Die Sierichstraße ist eine, wenn nicht die einzige Einbahnstraße überhaupt, die sich dem Berufsverkehr insofern anpasst, als die Fahrtrichtung zweimal täglich wechselt. Von 12 Uhr mittags bis vier Uhr in der Früh darf man sie nur stadteinwärts befahren, in der übrigen Zeit ist nur die Richtung stadtauswärts erlaubt.)
Ja, und schon waren wir auf der Kreuzung und brausten schwungvoll in den gerade anfahrenden Gegenverkehr.

...

Nein, es ist nichts passiert. Eine ältere Frau guckte streng, viele Autofahrer lachten und und unsere Herzen schlugen TOMTOM.


Allerdings fragen wir uns, wie es wohl jemandem von auswärts (vom Bodensee z.B.)  ergangen wäre.
Und ob so ein Navi wirklich sein muss.

Kommentare:

Kiki hat gesagt…

Ach, das Geläster über so’n Ding ist heute auch nicht mehr sooo dringend erforderlich. Die Zeiten, wo man auf dem Autoreisezug bei der Fahrt über den Hindenburgdamm panisch gefragt wurde ob man nicht umdrehen wolle, man sei gerade im Wasser, die sind auch vorbei.
Und, mal ehrlich: die Einbahnstraßenregelung der Sierichstraße ist doch mit oder ohne Navi total beknackt.

Thies hat gesagt…

DIE Gelassenheit verlierst auch du, Kiki, spätestens, wenn du, weil iregndwie abgelenkt und/oder eh ortsunkundig, verkehrt herum in den gefühlt gesamten Feierabendverkehr Hamburgs reinbraust und nur, weil du auf dein navi gehört hatst.
(Ich weiß, selbst Schuld... aber wer da ohne Fehler ist, der werfe sich weg vor Lachen.)

Anonym hat gesagt…

O.k., die einzigartige Regelung in der Sierichstraße ist wirklich sehr speziell - aber inzwischen schon seit vielen Jahren in Kraft und der besonderen Hamburger Situation geschuldet, dass hier ein nicht ganz kleiner See (Außenalster) mitten in der Stadt rumliegt und es in dieser Gegend einfach nicht genug breite Straße gibt, um dem Verkehr 24 h in beide Richtungen Herr zu werden (das mag man kaum glauben - wenn man nicht die seit Jahrzehnten verkorkste Hamburger Verkehrspolitik kennt...)

Wie auch immer: dass ein Navi das nicht gebacken bekommt und Leute eiskalt verkehrtherum in eine vielbefahrene Einbahnstraße schickt, geht einfach nicht. Es ist offensichtlich auch ein spezifisches TomTom-Problem - ich hab mal testweise zwei andere, geliehene Navis ausprobiert, die diesen Fehler eben nicht gemacht, sondern sinnvolle Alternativrouten gesucht haben. Kann sein, dass die die Sierichstraße bei denen im Kartenmaterial komplett gesperrt haben, so dass man einen Umweg empfohlen bekommt, auch wenn der Weg richtigherum durch die Sierichstraße kürzer wäre. Aber besser so als diese TomTom-Risiko-Variante.

Anonym hat gesagt…

Wir schreiben das Jahr 2014 und mit einem aktuellen TomTom fährt man noch immer in den Gegenverkehr wenn man nicht aufpasst. Beim nächsten mal kaufe ich bei einem anderen Hersteller. Es ist eine unglaubliche Dreistigkeit, dass solch ein großer Hersteller es seit JAHREN nicht schafft solch ein simples Problem zu lösen. Man bekommt noch nicht einmal eine Warnmeldung im Sinne von "Achtung: Auf Fahrtrichtung achten". Ich würde gerne wissen wieviele Unfälle es dort schon gegeben hat aufgrund von Herstellern die nicht bereit sind ein paar Euro in die Hand zu nehmen um möglichweise Leben zu retten. Was stimmt mit diesen Leuten nicht? Für mich ist klar: Ein Hersteller der einen solchen Fehler nicht behebt, bekommt keinen Cent mehr von mir.

Thies Thiessen hat gesagt…

Der vorherige Kommentar wurde nur ausnahmsweise veröffentlicht. A) weil er sich aufs Thema bezeiht und b) weil er den Leser auf keine Viagra-Shops oder andre fragwürdige Seiten navigieren will.