Wie Hund und Katze

In ihrem preisenswerten Blog (bis auf den Golf-Kram vielleicht) hat Kiki ein sehr stimmiges Loblied auf Hunde gesungen, indem sie Katzen geschmäht hat. Bevor Ihre Leser überlegen, sich jetzt aber sofort auch einen Hund zuzulegen, hier noch eine kleine Ergänzung.

So süß. Aber lasst Euch nicht täuschen.
Unser Hund gehört wahrscheinlich schon zu den Schlauen, abzulesen auch daran, dass er immer Bescheid sagt, wenn er außer der Reihe mal raus muss. (Wobei in der Reihe spätestens bei Regen auch nervt.) Er hat halt keine dem Katzenklo (uäärks) entsprechende Chance, sich in der Wohnung "zu lösen" – wie  Fachfanatiker es nennen. Also sagt er Bescheid. Letzte Woche zum Beispiel zweimal nachts um vier, worauf ich mit Jeans überm Schlafanzug und fixundfertig durch Poppenbüttel schlich, zu einer Zeit, die ich normal zum Schlafen nutze.

Manchmal hat er Durchfall oder (wahlweise) Verstopfung. In beiden Fällen muss ich ihn nach Gemachtem untern Arm nehmen und in der Badewanne seinen Hintern sauberspülen, auf dass nichts im Fell hänge und die letzten stopfenden Klümpchen eben nicht mehr stopfen. Das erledige ich dann mit Gummihandschuhen, aber dummerweise habe ich keine Gasmaske.

Immerhin weiß er nun, wofür die Badewanne da ist. Das wissen wir, seit er mal Bescheid sagen wollte, aber keiner da war, ihn zu retten. Also sprang er in die Wanne und durchfiel dort. (Ich weiß nicht, wie er da rein und wieder rausgekommen ist  – er ist relativ klein – aber die Spuren sprachen eine deutliche Sprache.)

Nicht schön ist auch, dass er hin und wieder (wie viele Hunde) auf dem Hintern durch die Gegend rutscht, als führe er Schlitten – inzwischen wissen wir inzwischen, dass in so einem Fall seine Analdrüse verstopft ist. Das hat uns der Tierarzt erzählt, der regelmäßig aus der erwähnten Drüse irgendwas Grünes und übel Riechendes prokelt. Natürlich nimmt er dafür Geld, ich habe mir sagen lassen, das könnte man auch selbst erledigen, aber nee!
Nicht mal mit Gummihandschuhen.

Geld kostet er eh. Einen durchaus noch guten Sisalteppich hat er uns vor Jahren so nachhaltig vollgekotzt, dass wir seitdem nur noch auf dem Parkett gehen. Mal ganz abgesehen von der alljährlichen Überlegung, ob wir ihn vielleicht doch kastrieren lassen, weil sein Testosteron ihn wieder so weit gebracht hat, dass er einen JackRussell (widerliche Viecher sind das)  für eine Art Futter hielt und der ihm dann Bescheid biss. Wie praktisch, dass es da kleine, unter die Haut gesetzte Implantate gibt, die, einmal im Jahr eingeschoben, den Hormonspiegel auf  "irgendwie ganz nett" senken. Die Rechnung dafür ist nicht so nett.

Und spielen will er auch dauernd. Menno.
Ich habe nie eine Katze besessen, und immer war ein Hund im Haus. Katzen waren Tiere, die halbdomestiziert auf dem Dachboden des elterlichen Bauernhofs wohnten und ab und zu um meine Beine strichen. Das gefiel mir. Manchmal gefällt mir gerade ihre Ungebundenheit und (wohl scheinbare) Unabhängigkeit. Es kann nämlich ganz schön anstrengend sein, immer das Alphatier zu spielen, nur damit der Köter spurt.

Nur dass das klar ist: Ich mag unseren Hund.
Aber wahrhaftig nicht immer und alles.

Kommentare:

Kiki hat gesagt…

Jedes Tier ist mal krank, übergibt sich mal oder haart (sofern es Haare hat), das ist klar. Aber das sind keine Charakterfragen.

Thies Thiessen hat gesagt…

Ich hab ja auch nicht nur über die Körperlichkeiten gesprochen.
Wobei das hormongesteuerte Rumgeknurre und Anderehundegebeiße ansich auch nicht nur Charakter, sondern vor allem Körperchemie ist.
Itsd also ein Rüde ein Alpahe wg. Charakter oder wg. Testosteron?
Und macht das am Ende einen Unterschied?
(Im Übrigen haben Freunde von uns zwei der sanftmütigsten, geduldigsten Katzen, die ich je erlebt habe. Da werd ich fast weich.)

eeek hat gesagt…

Kiki, Kotzen und Haaren sind bei Katzen eine Charakterfrage? Das ist doch, mit Verlaub, ausgemachter Blödsinn. Katzen sind, auch wenn Dein Weltbild hier so überraschend wie irritierend arg beschränkt ist, keine Villians aus einem Disney-Film.
Man kann Katzen übrigens prima erziehen - man muss es aber nicht. Im Gegensatz zu Hunden, denen man ständig klar machen muss, dass sie nicht der Kopf des Rudels sind, lassen Katzen einen auch dann mit auf dem Sofa sitzen, wenn man sich null um ihre Erziehung kümmert. Gut erzogene Katzen sind natürlich angenehmer im Zusammenleben, aber die Konsequenzen mangelnder Erziehung sind deutlich weniger desaströs als bei einem unerzogenen Hund. Ich bin mit Hunden aufgewachsen. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke oder mir heute anschaue, was die Hundehalter im Freundes- und Bekanntenkreis alles anstellen müssen, um ihre Hunde unter Kontrolle zu halten, habe ich als mit meinen beiden Viechern ein verdammt entspanntes Leben.

creezy hat gesagt…

So jetzt mal was aus der Katzen*klabauterkiste: verstopfte Analdrüsen können Katzen auch. Und Hölle ist so eine OP teuer! ;-)

*Kommentarautorin hat zuerst Aristocats gesehen.